Ausstellung

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weiß

weiß – Ausstellung im Standesamt Hilden – Beginn 1. August 2010

Raum 1
Schwan 1
Raum 2
Schwan 3
Raum 4

Dein Fehler

Dein Fehler, Liebste, ach, ich liebe ihn,
Weil du ihn hast,
Und er ist eine deiner liebsten Gaben.
Seh ich an andern ihn, so seh ich fast
Dich selbst und sehe nach dem Fehler hin,
Und alle will ich lieben, die ihn haben!

Fehlst du mir einst und fehlt dein Fehler mir,
Weil du dahin,
Wie wollt ich, Liebste, lieber dich ergänzen
Als durch den Fehler? Ach, ich liebe ihn,
Und seh ich ihn schon längst nicht mehr an dir,
Die Hässlichste wird mir durch ihn erglänzen!

Doch träte auch die Schönste vor mich hin
Und fehlerlos,
Und folgten ihr die Blicke scheel und scheeler,
Ihr, die so vieles hat, fehlt eines bloß
Und alles drum - ach, wie vermiss ich ihn -
Ihr fehlt doch, Liebste, was mir fehlt: dein Fehler!

Karl Kraus

Schwan 2
Raum 3
Schwan 4

In einem Standesamt eine Ausstellung zu machen – das ist, so sehe ich es, eine Herausforderung in Weiß. Also zum Beispiel Schwäne. Aber in der Herausforderung liegt auch eine Gefahr: Das Motiv könnte zum Kitsch verführen. Dem zu entgehen, habe ich mit kontrastierenden Impressionen gearbeitet. Nicht die schwimmenden Prachtstücke haben mich als Bildmotiv interessiert, sondern ihr Weiß in schattenhafter Nachbarschaft zum Helldunkelspiel von Räumen.

Zum Helldunkelspiel des Ehelebens, das in diesem Amt beginnt, habe ich zu meinen Bildern einen Karton voller Gedichte zum Mitnehmen gestellt. Es ist immer das gleiche Gedicht. Auf grünem Papier gedruckt für den Bräutigam, auf Gelb gedruckt (und im Text auf ihn zugeschnitten) für die Braut.

Hier eine Interpretation des Gedichts zum Hören und Herunterladen:  >>>

© Copyright 2010 – Marion Reckow-Memmert
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